Welche Wasserfälle sind die schönsten in Oregon und Washington?

16.01.2014 16:07:00

Lower Lewis River Falls

Es gibt in beiden US-Bundesstaaten zusammengenommen tausende von Wasserfällen, die nur besuchen kann, wer in den USA lebt und einen Großteil seiner Freizeit darauf verwendet. Internationale Besucher wie wir, gewinnen nur einen bruchstückhaften Einblick. Mit ca. 100 in den letzten Jahren gesehenen Wasserfällen, trauen wir uns jedoch eine erste, persönliche Wertung zu.

 

Der Favorit der Autorin sind die Lower Lewis River Falls. Sie sind groß, breit und trotzdem verspielt und variantenreich. Und: Sie sind nur einer von vielen weiteren, ausgesprochen attraktiven Wasserfällen entlang des Lewis Rivers, die dicht an dicht aufeinander folgen und jeder für sich ein Meisterwerk der Natur repräsentieren.

 

Der Autor favorisiert die Panther Creek Falls, die sich in drei Stufen durch den dichten Regenwald Washingtons hinabstürzen. Jede der Stufen, im Amerikanischen „tiers“ genannt, hat ihre eigene Charakteristik. Die oberste Stufe leitet den Zufluss „um die Kurve“ und fächert sich in viele, filigrane Rinnsale auf, die teilweise direkt dem Hang entspringen. Die zweite Stufe ist schlank, geradlinig und kraftvoll, die dritte eine kleine, breite Stufe, die dem Schauspiel einen klaren Abschluss bietet: Gestaltung in Perfektion.

 

Palouse FallsEinfach nur atemberaubend ist der Blick vom umgebenden Plateau hinab auf die Palouse Falls im gleichnamigen Palouse Falls State Park, Washington. Das Panorama von den Aussichtspunkten, das sich von den 57 m (186 feet) hohen Wasserfällen bis tief hinein in den Palouse Canyon zieht, der in den Snake River mündet, ist zu Fuß einmalig. Sonst kommt man nur im Flugzeug oder Helikopter in den Genuss einer solchen Vogelperspektive. Vergleichbar spektakulär ist der Blick auf die Salt Creek Falls am Willamette Highway # 58 im Willamette National Forest, die einen ähnlichen Blickwinkel von oben herab ins Tal des Salt Creek bieten.

 

Die Burney Falls, California, scheinen direkt der Computer-Animation eines Fantasy-Films entsprungen zu sein: märchenhaft. Das Wasser sprudelt auf ganzer Breite direkt aus der Felswand und ergänzt die zwei durchflussstärkeren, oberirdischen Wasserläufe. Moose überziehen die Szenerie mit einem weichen, grünen Teppich und der Pool zu Füßen der Burney Falls schimmert in elegischem Türkis.

 

Elowah FallsMultnomah FallsIn der Columbia River Gorge ragen unserer Meinung nach die Elowah Falls aus der Fülle von Weltklasse-Wasserfällen heraus. Sie stürzen über ein Halbrund, das aus schwarzgrauen Basaltsäulen aufgebaut ist, wie ein Schweif in einen großen Pool. Über den Ablauf spannt sich eine kleine, hölzerne Brücke, über die jeden Moment der Elfenkönig Elrond spazieren könnte. Gleichwohl touristisch voll erschlossen und jährlich von Hunderttausenden besucht, sind die Multnomah Falls die beeindruckendsten Wasserfälle der Columbia River Gorge.

 

Wer es romantisch liebt, wird sicher von den Whitehorse Falls und Clearwater Falls im Umpqua National Forest begeistert sein, die um Moos bewachsene Steinkugeln sprudeln. Unter den eher architektonischen, strikt geradlinigen Wasserfällen verdienen die Tumalo Falls unseres Erachtens besondere Erwähnung, ebenso die Tamanawas Falls und Wiesendanger Falls.

 

North FallsBesonders reizvoll sind all‘ diejenigen Wasserfälle, hinter denen man hindurchlaufen kann. Die Perspektive, rückwärtig auf die herabdonnernden Wasserfälle blicken zu können, ist ein unvergessliches Erlebnis. Beispiele hierfür sind die Ponytail Falls und Tunnel Falls in der Columbia River Gorge oder die South und North Falls im Silver Falls State Park.

 

 

Koosah FallsJe nach Jahreszeit und aktueller Niederschlagsmenge kann die Attraktivität von Wasserfällen für jeden Besucher gänzlich unterschiedlich ausfallen. Nach tagelangen Regenfällen erging es uns zum Beispiel so, dass wir über den Sonnenschein und den damit verbundenen Regenbogen über den Koosah und Sahalie Falls derart begeistert waren, dass sie augenblicklich zu Favoriten aufstiegen, obwohl sie, sachlich-nüchtern betrachtet, eher solide-durchschnittlich sind. Andererseits erhöhten sich nach fünf Tagen Dauerregen in der Columbia River Gorge die Wasserpegel derart, dass die sonst so malerischen Punchbowl Falls eine einzige, brodelnde Hexenküche waren und sich die Toketee Falls am North Umpqua River vor lauter Wasserüberschuss in eine dichte Gischtwolke einnebelten. Wäre der Regen andererseits ausgeblieben, hätten wir viele in jenem Herbst besuchten Wasserfälle vielleicht halb ausgetrocknet vorgefunden. Das Bewerten von Wasserfällen ist deshalb immer nur eine Momentaufnahme.

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